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Pflichten des Mietverwalters

 

Ein Mietverwalter hat beim Abschluss neuer Mietverträge alles zu unterlassen, was auch nur zu einer Gefährdung bestehender Mietverhältnisse führen kann. Hierauf weist das Oberlandesgericht Koblenz in einem Urteil vom 11.05.2006 (Aktenzeichen 5 U 1805/05) hin. Lässt sich insoweit eine Pflichtverletzung des Verwalters feststellen, so muss dieses nicht ohne weiteres zu einem Schadensersatzanspruch führen. Ob ein Mietverwalter seine Pflichten auch subjektiv verletzt hat, hängt von einer wertenden Gesamtschau seines Verhaltens ab. Im zugrunde liegenden Fall war die Haftung auf Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit beschränkt.

Unter grober Fahrlässigkeit wird ein Handeln verstanden, bei dem die im Ver-kehr erforderliche Sorgfalt in ungewöhnlich hohem Maße verletzt wurde, wenn ganz nahe liegende Überlegungen nicht angestellt oder beiseite geschoben wurden und dasjenige unbeachtet geblieben ist, was im gegebenen Fall sich jedem aufgedrängt hätte. Objektiv sah das Gericht im zugrunde liegenden Fall eine grob fahrlässige Pflichtverletzung als gegeben an, weil Räume an einen neuen Mieter vermietet wurden, ohne zu prüfen, ob hiermit Konkurrenzschutz des Erstmieters verletzt wurde. Das Gericht sah die Pflichtverletzung jedoch subjektiv als entschuldbar an. Die Annahme grober Fahrlässigkeit setzt auf der subjektiven Seite voraus, dass die im Verkehr erforderliche Sorgfalt durch ein auch subjektiv unentschuldbares Verhalten in hohem Maße außer Acht gelassen worden ist, weshalb in subjektiver Hinsicht gesteigertes Fehlverhalten aufgrund der Würdigung aller Tatumstände festgestellt werden muss. Subjektiv unentschuldbar war das Fehlverhalten des Verwalters im zugrunde liegenden Fall jedoch nicht.

 

 

 

Autor: Johannes Steger - http://www.breiholdt.de/

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